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Geschichte


Menschen
bei Marstaller


„Benno Marstaller hat 1893 „eine vorzügliche Meisterprüfung“ als Sattler abgelegt, als er mit 23 Jahren seine eigene Werkstätte mit angeschlossenem Lederwarengeschäft in der Aufhäuser-Passage im Münchner Stadtzentrum eröffnete.

Zunächst fertigte der junge Mann kunstvoll gearbeitete Pferdegeschirre und Sättel. Alsbald bediente er die gehobene Gesellschaft mit ausgesuchten Lederwaren für den anspruchsvollen Bedarf. Die Qualität seiner Arbeit sprach sich herum und gefragt waren vor allen Dingen Gepäckstücke für Reisen zu Land, zu Wasser und in der Luft – seine Spezialkoffer für die noch seltenen Automobile machten Furore. 1910 eröffnete er einen „hocheleganten Laden“ am nahegelegenen Lenbachplatz und einen zweiten in der Damenstiftstraße, mit den inzwischen erforderlichen Großwerkstätten. Neuheiten waren Gang und Gäbe, so entwickelte der erfolgreiche und „liebenswürdige Sattler“ wie er genannt wurde, neben Schrankkoffern mit integrierten Schubläden, Kästchen und Kleiderbügeln auch einen zusammenlegbaren Stuhl, der schließlich sogar als des „Deutschen Kaisers liebster Stuhl“ (Kaiser Wilhelm II.) in die Geschichte einging und heute noch in unveränderter Form gefertigt wird.

Das Bayerische Königshaus gehörte auch zur hochadeligen Kundschaft und dankte mit dem Titel des Hoflieferanten.

Der Nachfolger des kinderlos gebliebenen Ehepaars war ihr Neffe Ferdinand Läuger. Er hatte bei seinem Onkel das Sattlerhandwerk erlernt. Zunächst machte er sich im eigenen Haus in der heutigen Pacellistraße mit einem Laden und einer Werkstätte unter dem Namen „Leder-Läuger“ selbständig. 1945 übernahm er von seinem Onkel dessen Firma und vereinigte beide Betriebe unter dem Namen „Benno Marstaller“. Sein Sohn Josef trat 1969 die Nachfolge an und baute dabei vor allem den Industriekofferbereich aus. Dieser Bereich löste dann den Lederwarenbereich als Hauptumsatzträger ab und belieferte insbesonders die aufstrebenden Münchner Unternehmen wie zum Beispiel Arri oder Siemens. Leider verstarb Josef Läuger bereits 1987.









120 Jahre alte
Markenqualität


Heute wird das Unternehmen in der vierten Generation von seinen Söhnen Josef und Ernst Läuger geführt.

Für das weiträumige Geschäft in der Nähe des Promenadenplatzes und den Laden in der Schrammerstraße sind Ernst und seine Frau Gabriele zuständig. Hier werden neben den Eigenfabrikaten auch Lederwaren anderer namhafter Hersteller präsentiert. Für die Produktionsstätte in Osterwarngau ist Josef Läuger zuständig. Seit 2008 leitet seine Tochter Josepha, die sich nach ihrer Ausbildung zur Feintäschnermeisterin ganz der Freude an Gestaltung und der Arbeit mit dem Leder verschrieben hat, die Lederwerkstatt. Ob Rinds-, Lamm- oder Straußenleder, in der Werkstatt wird alles zunächst einer genauen Qualitätskontrolle unterzogen, dann zugeschnitten und schließlich in allerbester Handwerkskunst vollendet. Korbinian Läuger ist seit 2010 in dem Unternehmen und kümmert sich seither um den Vertriebsbereich.

Die kleinen Stückzahlen, die vielen Sonderwünsche sachverständiger Kunden und die eigene Kollektion sind allesamt maßgefertigt. „Unsere Produkte sollen keine Moden sein, sondern Stücke von Dauer“, meinen die Läugers. Als Pionier sicherer und spezieller Transportmittel gilt Marstaller schon seit 1923. Die ersten Behältnisse dieser Art wurden noch aus Holz und mit Blech oder Kunststoffüberzug hergestellt. Jetzt sind es qualitativ hochwertige Aluminiumkoffer mit ausgeklügelten Einbauten, die in Auflagen ab einem Stück gefertigt werden. Unverzichtbar für die empfindlichen Kameras der Filmbranche und die hochsensiblen Geräte der Elektronik und Industrietechnik.